Was ist nah, wie weit ist fern und wann ist nicht mehr lang?

Der fale Sommer zieht vorbei und lässt selbst das Zitroneneis blass erscheinen, das Wasser leise und den Himmel sauer... erst der Herbst soll Ordnung bringen in den Weg der Reisenden. Im Osten geht die Sonne auf - auch im Sommer - doch den Zenit erreicht sie nicht - geht unter ohne zu verbrennen und wirft wahnsinnige Schatten auf den Waschbetonplatten, während die Familie beim Tee sitzt und Brettspiele spielt. An der Sonnenuhr vorbei ziehen sie und verhöhnen die alte Ordnung: Was ist nah, wie weit ist fern und wann ist nicht mehr lang?

14.6.09 00:33, kommentieren

Tauben = Ritter?

Nachdem die Wg gestern noch einen wirklich schönen Geburtstagsabend mit vegetarischem Hauptgang, französischen Geburtstagstörtchen und einem laut geschmettertem "Zum Geburtschtaag viel Gluck..." für mich improvisiert hat, wurde ich mit der örtlichen Clubszene und dem so bekannten Zubrovka bekannt gemacht...gibt wirklich keinen Kater!

Mittlerweile finde ich den Weg ins Zentrum und nach Hause alleine - alles also ganz wunderbar, wären dort nicht bestimmte Kreditinstitute (namentlich die Deutsche Bank), die die kostenlose Versorgung mit Barem leider verweigert... Ich fühlte mich zurückversetzt nach Lettland, wo die nette Dame am Bankschalter meinen Versuch mithilfe meines Personalausweises einen Travellour Cheque einzutauschen mit einem eingefrorenem Lächeln und der Antwort "Thats no passport" quittierte!

Aber nun zu den Tauben:

Anders als in Deutschland, sind die Tauben auf dem riesigen mittelalterlichen Marktplatz nicht als Luftratten verschrien - stattdessen heißt es, dass jede Taube ein verzauberter Ritter des Prinzen Probus. Der lieh sich von einer sehr alten Hexe Gold, anstatt etwas Vernünftiges damit anzustellen, versoff dieser es aber auf dem Weg zum Pabst und war auch sonst, na ja man könnte sagen ein Looser...nachdem klar war, dass Probus seine Schulden nicht begleichen konnte, verfluchte die Hexe alle seine Ritter...und wenn sie nicht gestorben sind, dann fliegen sie noch heute als graublaue Tauben auf dem Rynek!

 

 

 

1 Kommentar 22.2.08 23:04, kommentieren

Endlich angekommen...

... im 23ten Lebensjahr, ... einer multikulti Wg, ...der veregnetsten Stadt Europas (und ich dachte immer mehr Regen als in Münster wäre nicht drin!) ! Um Euch alle auf dem letzten Stand der Dinge zu halten hier also mein KrakauBlog - von mir für Euch!

Jetzt bin ich also hier - und lebe in der Dodo -Wg (die so heißt, weil die Wohnung früher mal ein Hostel war, das "Dodo), die liegt wirklich sehr zentral - 10 min zum Rynek, also zum Marktplatz. Zusammen mit zwei Französinnen - Jean und Coline -, einem Spanier - Fernando - und Bianca, die aus vormals Karl-Marx-Stadt kommt, teile ich die Wohnung. Gleichzeitig mit mir ist noch eine neue Mitbewohnerin eingezogen: "Buschka" eine kleine schwarze Katze, die Coline mit dem Hinweis "she can live here, or they will kill her" adoptiert hat.

Bislang komme ich mit allen gut klar - vor den Französinnen hatte ich vorher ein wenig Angst, aber sie sind nur halb so "französich" wie angenommen, sprechen gut und verständlich Englisch und kochen wirklich sehr gut...

Obwohl Krakau sich bisher eher von der grauen, kalten und nassen Seite gezeigt hat, sind die Vorzüge dieser Stadt unter der Winterschmutz schon erkennbar...kleine Kaffeehäuser, mittelatlerliche Häuser und jede Menge Legenden warten darauf entdeckt zu werden!

Fühlt Euch gedrückt!

 

21.2.08 16:01, kommentieren